google-site-verification: googleeb48852fc35023b6.html

© Dieter Kist

Natur

Viele im Bereich der Natur vorkommenden Namen stehen im Kontext ihres lokalen Vorkommens. Aber auch Gebrauch, Nutzen, Erscheinungsbild sowie Symbolhaftes können ausschlaggebend für die Bildung und Durchsetzung eines Namens gewesen sein. Die Beispiele zeigen den Zusammenhang zwischen Namen und (Natur-)Umfeld:

Amsel, Drossel: „sel“ ist die einbindende Einheit; in diesem Fall kann es z. B. die Natur im Umfeld, die Landwehr, der Knick, die Hecke o. Ä. sein. Assel: die angedeuteten Einkerbungen der Körperglieder haben einen optischen Bezug zur Abgrenzung
(„sel“). Hasel: „Ha“ = Aufteilung. Der Nüsse tragende Baum wurde zusätzlich als eingrenzendes „Element“ genutzt.

Bäume, Büsche und Sträucher waren als natürliche Landschaftsunterteilung mit Gabe zur Nutzung in unterschiedlicher Hinsicht sinnvoll. Bäume wurden gezielt gepflanzt: z. B. Eichen zur Schweinemast und als langlebiger Laubbaum zur Grenzfestlegung.

Busch: Bei offenem (Grenz-)Verlauf mit zusammengefassten Anteilen. Das offene Land wurde durch Beweiden und Mahd (Ernte) der Weiden und Wiesen gepflegt. Am Rand dieser Flächen konnte sich Buschwerk entfalten oder auch gezielt gefördert werden, z. B. in Knicken, zum Schutz der Felder oder auch als Landwehren. Strauch: Verlaufsabschnitt, geregelter, anteiliger, offener Übergang, zusammengefasste Anteile. Busch- und Strauchwerk in der Bedeutung vergleichbar. Namentlich steht hier der Verlaufsabschnitt („st“). Beere: „Be“ = bei; Einheit; „re“ = Rechtseinheit, die Landwehren oder auch Knicke (auch Schutz vor Wildverbiss) waren geeignete Orte, um die meist stachelbewehrten Sträucher mit ihren Früchten zu ziehen und zu nutzen.

 


Rosen: „Ro“ = Rechtseinheit;se“ = Verlaufseinheit (Grenze). Die Rose, ein vielgenutztes heraldisches Emblem als Symbol einer Verwaltungseinheit (wie Dorf). Zumal die Frucht, die Hagebutte der Ernährung und Gesundheit diente. „Ha“ = aufgeteilt, anteilig; „ge“ = geh (Schutz-)Einheit; „butte“ für außen = „b“ = bei, „ut“ = offener Abschnitt, „te“ = Abschnittseinheit. Zu den Rosengewächsen gehören auch die Rubusgewächse: Himbeeren, Brombeeren: „Him“ = Aufteilung, innerhalb, zusammenstehend; „B“ = bei; „ro“ = Rechtskreis; „m“ = zusammenstehend. Dorn: „Dor“ = teilgemeinschaftliches Kreisrecht; „n“ = Nutzung von Einheitsnutzen. In den kleinen mit Erdwall bewehrten Fliehburgen des frühen Mittelalters wurden die Eingangswege zum Schutz vor Angreifern mit Baum- und Strauchwerk versehen, deren Äste und Zweige mit abwehrenden natürlichen und/oder künstlichen Dornen versehen waren − dies dürfte die Grundlage der Namensgebung sein. Stachel: „Sta“ = Verlaufsabschnittsanteil; „chel“ = zusammengeführte Teileinheiten. Steinbrechartige Gewächse: Johannisbeere und Stachelbeere konnten und wurden zur Unterteilung von Bereichen in Feld und Flur genutzt. Stein: „St“ = Verlaufseinheit; „i“ = innerhalb; „n“ = nutzen; Der Name des Steins ergibt sich aus der Nutzung als Grenz- und bereichsfixierendes Element. Vor den Toren der Städte wurden auf dafür vorgesehenen Plätzen hin und wieder Märkte durchgeführt. Das räumlich dazugehörige Tor wurde häufig Steintor genannt.

Hasenberg, Rehwinkel: Häufige historische Flurbezeichnungen deuten auf eine frühere Begrenzung des dazugehörigen Ortes (z. B. Dorf) hin. „Ha“ für aufgeteilt; „sen“ = Verlaufseinheit nutzen; „ber“ = bei Land; „g“ = Schutz; „Re“ = Rechtseinheit; „h“ = Gemeinschaft; „win“ = Gewinn (urbar gemacht); k = zugeführt; „el“ = zur Großeinheit (Ort). Hase, Reh: der Name dieser Tiere dürfte auf einem beliebten Aufenthalt beruhen.

Schollen sind flache Fische, die m. E. eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Erscheinungsbild einer dörflichen Siedlung haben. Häuser und Buschwerk auf einer geringen Anhöhe, umgeben von den flachen, unter den Bauern aufgeteilten Feldern, entsprechen dem etwas erhabenen Fischkörper mit seinen Flossen. Die Redewendung von der „eigenen Scholle“ legt diese Verbindung nahe.

Scholle, Stein- und Heilbutt, Flunder und Seezunge

Fuchs: Aktion, offener Übergang, zusammengefügte Anteile, im Grenzverlauf. Benennung über die Symbolfarbe Rot, auch als Pferdebezeichnung bekannt. Ein die Chance ergreifender Mensch wird ebenfalls Fuchs genannt. Es war im Interesse der Landesherren, dass die Siedlungen expandierten und Land kultiviert wurde. Fox, engl. Fuchs: „Fox“ = Aktionskreis, Aufteilung. Reinecke Fuchs (Fabel): „Rein“ = Rechtseinheit in Nutzen; „ecke“ = zusammengeführt, individuelle Einheit; Benennung über Rot. Vos, niederl. Fuchs: „Vos“ = V = abgeteilt; „os“ = Kreisgrenze. Vulpes, lat. Fuchs: „Vulpes“ = V = abgeteilt, „ul“ = großer offener Übergang, „pes“ = vorgesetzte Verlaufseinheit. Zorro, span. Fuchs: „Zorro“ = Z = Verlauf von Punkt zu Punkt (Grenze), „or“ = Kreisrecht, „ro“ = Rechtskreis.

Wolf: Die weite Kreisgröße der Siedlung, einschließlich des Aktionsradius, in dem der Aktionsansiedler Wolf sich Lebensraum geschaffen hat. Das Raubtier, das meist die Siedlungen mied und im Aktionsradius und darüber hinaus seinen Lebensraum hatte. Wolf, im Englischen und Lateinischen Lupus = „Lu“ = groß, offen; „pus“ = vorgelagert, offener Verlauf (z. B. eine Lupe vergrößert das Sichtfeld).