© Dieter Kist

-sen, sel, Dorf, Torf, Hau, usw.

Fürsten, Könige und Kirche waren als Landesverwalter die Wirtschaftsmagnaten ihrer Zeit. Im 11.-13. Jh. lebten ca. 90% von der Landwirtschaft, die Bevölkerung expandierte auf das Dreifache. (Später verursachte die Pest eine Dezimierung der Bevölkerung, was unter anderem Wüstungen und Werteverfall zur Folge hatte.) Die Naturlandschaft musste entsprechend genutzt, aber das Genutzte auch vor Begehrlichkeiten der Konkur-renz geschützt werden.

Das Land zwischen den Gütern und Gemeinden wurde zum Teil kultiviert und besiedelt; bei Benennungen von Besiedlungen und Fluren dieser Landschaft finden wir immer wieder den Buchstaben „S“ (≙ Verlauf). Beispiele sind se, sel, sen, hausen, bostel, wobei „se“ Verlaufseinheit bedeutet , mit „l“ auf die Grenze  (Bezugswort = Seil), mit „n“ auf den Nutzen (Sense) verweist. Hausen beinhaltet „Hau“ ≙  H (Aufteilung) der Au (Anteil + offen + gemeinsam), Bostel „Bo“ (Beikreis) + „stel“ (Verlaufsteil).

Präfixe, Suffixe, Silben:

win ≙ Gewinn; kel ≙ herausholen; son ≙ Verlaufskreis nutzen (z.B. durch Sohn); but ≙ bei (außen) offener Abschnitt (buten, binnen ≙ bei innen); ten ≙ aufgeteilt; sel ≙ Grenzeinheit; lin ≙ Eingrenzung; pi ≙ Umhüllung; re   Rechtseinheit; ro ≙ Rechtskreis.

    Scholle / Landwehr D.K.  

Sau, sauber, sauer sind recht unter-schiedliche Begriffe, deren Nenner   das Verlaufsland („S“) ist. Dieses war allgemein offen und zugänglich („au“), bot der Sau sowohl Suhle - auch zum Schutz ihrer Ferkel - als auch in seinen Eichenwäldern reichlich Nahrung.

Sauber: Die Wäsche wurde flussabwärts außerhalb des Ortes im Bereich der Aue gewaschen. Das Suffix -ber (≙ Beiland) findet sich auch bei Berufen mit vergleichbaren Erfordernissen: Färber, Gerber und auch der Weber mussten die Wolle aufbereiten.    Sauer: Nicht oder kaum gepflegter Boden, bei dem Regenwasser nicht abfloss, konnte versauern.  

Neuruppiner Bilderbogen, Ein Dorf

Dorf: Frühere und gegenwärtige Benennungen sind z.B. dorf, dorpe, dorp, dorppe, dorff, thorpe, thorp, dhorpe, torpe, torff, dorphe, dorn, horn, dore,  thorn, torf, troff, druf, dörp, torp, trop, trup.

D“ zeichnet einen Teilkreis, einen nicht vollständigen Kreis; „t“ zeichnet einen Abschnitt, „th“ einen Abschnitt aufgeteilt; „or“ ≙ Kreisrecht

„F“ steht für Aktion wie bei Hof oder

dem zum Ackerbau genutzten Feld. „p“ ≙ davor, drauf, drumherum

Ro“ jedoch markiert einen Rechtskreis. Rom wäre hierfür wichtiges Beispiel oder der Frankfurter Römer als Sitz der Verwaltung. Rode ist eine Begrifflichkeit, die mit den Roden von Baumstümpfen verbunden wird. „Ro“ = Rechts-kreis wird hier mit „de“ reduziert; ein Teilkreis, eine Gemeinschaftsaufgabe für den Rechtskreis. So beeinflusst der begleitende Buchstabe den primären Buchstaben inhaltlich auch durch seine Position links oder rechts vom Schriftzeichen (s.a. Loh/Holz bei Koordi-natensystem). Durch ein fol-gendes „L“ wird der inhaltliche Wert eines Buchstabens vergrößert (gesamte Größe), durch ein vorangestelltes „L“ verkleinert.

Wiese, Weide, Worth: das „W“ bedeutet soviel wie entfernt, Weite, zusätzlich; Wiese mit „se“ ist Teil der Verlaufseinheit, Weide mit „de“ teilgemein-schaftlich, Worth ein weiterer Ortsanteil.

Hagen: das „G“ - Symbol einer Fliehburg - deutet auf Schutz hin;. „Ha“ ≙ Aufteilung, anteilig; „gen“ ≙ Schutz, Einheit, nutzen.

Berg: Ber ≙ Beiland (s.o. bei Sauber ; „g“ ≙ Schutz

   „Rundplatz“ 2008 Autor: Petar Marjanovic aus Wikipedia     Die Sieben Trappen und das Siebenergeheimnis sind zwei Seiten einer Medaille. Das Siebeneramt, das in Teilen Deutschlands noch immer ausgeübt wird, war ein Ehrenamt.  Vier bis sieben honorige Personen eines Ortes wachten über den Grenzverlauf und brachten Zeichen an, die nicht einfach versetzt werden konnten. Begriffe wie siedeln und sieben sind in diesen Kontext zu sehen, aber auch die sieben Berge oder die sieben Hügel Roms.