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© Dieter Kist

Wege kürzen

Die Infrastruktur des Großhandels ist in vielen Bereichen durch die Geschäftsketten der Discounter und „Edel“boutiquen, Outlet-Center am Boden zerstört, sodass Shoppingmalls übers Land gesehen überall fast immer gleich aussehen. Die unabhängigen Geschäftsleute zahlen zum großen Teil für die Ware mehr, als der Kunde beim Discounter. Am Stadt- oder Gemeinderand  nutzen die gewählten Vertreter häufig die sogenannten brachliegenden Flächen zum vermeindlichen Nutzen ihrer Bewohner und der Steuereinnahmen. Die Zentren der in den letzten Jahrzehnten errichtenden Siedlungen mit einer Konsum-Grundversorgung werden aus Unrentabilität  geschlossen (häufig durch Discounter-Großladenketten verursacht). Die Discounter errichten immer größere Geschäftsläden auf der „Grünen Wiese“, geben derweil die kleineren Großläden im wohnortnahen Einkaufsbereich auf und hinterlassen so quasi „Verbrannte Erde“; um häufig mit den Handelsgruppen-Kollegen eine nahezu identische und zum Großteil preisgleiche Ware anzubieten.



Krämerbrücke Erfurt 1956; Bundesarchiv,
Bild 183-36602-0003 / CC-BY-SA

Ursprünglich als Holzbrücke über die Gera errichtet, wurde sie im Jahr 1117 erwähnt.



Eine erzeugte Unterversorgung in allen Bereichen des täglichen Lebens, ob Ärzte, Handwerk, Kultur und anders mehr, ist die Folge. Die gewollte oder nicht gewollte Strategie der „Verbrannten Erde“ unserer Discounter hat die meisten kleineren Wohnbereiche ohne ausreichende Versorgung hinterlassen. Das gilt im übertragenen Sinne auch für einstige Versorger (Kaufleute), deren geplante und aufgebaute vollwertige Altersversorgung quasi wertfrei entsorgt wurde. Diese Leistung zerstörte neben der Infrastruktur von Käufern und Händlern auch die Existenzen der Kaufleute.
Grafik: Nils Gruschka (Wikipedia frei)



Grafik: Nils Gruschka
ergänzt durch Dieter Kist

Einige meist kleinere Orte sind durch den ständigen Straßenverkehr förmlich zerschnitten. Häufig wird in  einer Umgehungsstraße die Lösung der Probleme gesehen, was im Wesentlichen aber eine weitere „Zerfleischung“ der Landschaft zur Folge hat. Werden Straßen an zentralen Stellen gedeckelt, so könnten diese Deckelungen mit den unterschiedlichsten Aufgaben versehen werden. Eine Ortskern-Brücke könnte einige Probleme lösen. Ob die Geschäfte oder Institutionen auf der Brücke nun per querender Straße erreicht werden, oder aber über Treppen und Aufzüge, kann unterschied-lich gehandhabt werden. Die Grün- oder Wildbrücke dient den wildlebenden Tieren, um stark befahrene Verkehrswege wie Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnstrecken gefahrlos zu überqueren. Die Grünbrücken verbinden Lebensräume der Tiere und auch der Pflanzen, die durch Verkehrswege zerschnitten wur-den. Brücken dieser Art können einige Fehler der Vergangenheit mildern und ein notwendiges Netz des „Grünen Bandes“ komplettieren.


82 Grünbrücken über Autobahnen und Bundesstraßen in Deutschland,
Stand September 2019
Karte: Rabe19 CC BY-SA 4.0 Wikipedia