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© Dieter Kist

Strukturbau

Die zweckmäßigste Form, um Fläche in Besitz zu nehmen, scheint das Sechseck zu sein. So kann eine stabile Zwischenlage in Sandwich-Türblättern aus Kartonwaben bestehen. Aber auch  in der Natur werden häufig Kristalle und Basalte zu Sechsecken, als Säulen, ausgebildet; Schneeflocken z.B. immer zu einzigartigen Unikaten als sechseckige Flocken. Bienen haben in einigen Millionen Jahren Entwicklung eine optimale raumsparende Möglichkeit der Brut-pflege, der genetischen Zucht und der Vorratshaltung in den Zellen ihrer Waben zusammen gefasst und organisiert. Die Struktur der Bienenwaben wird durch die zellenbildenden Wachswände vorgegeben; im hier angedachten Siedlungsbau nenne ich diese Strukturbauten; die sich daraus in der Wabe ergebende Zelle gleich „WaZell“.

Zellen mit verschieden farbigen Pollen,
Honig und Brut Auto: Waugsberg, Wikipedia; CC BY-SA 3.0

Im folgendem skizziere ich einige unverbindliche gedankliche Möglichkeiten einer solchen Siedlung. Ein wesentlicher Vorteil dieser Bebauung ist die kompakte Nutzung der Fläche. Wohnen, Arbeit, Freizeit und Verkehr findet im wesentlichen innerhalb der Siedlung statt. Natürlich sollte die Natur der Umgebung einbezogen werden, ohne diese zu überfordern. Deshalb wären die Zuwege für den Kfz-Verkehr sinnvollerweise getunnelt anzulegen. Der zentrale Fuß- und Radweg sollte aber ebenerdig und offen die Landschaft erreichen. Im Kern der Strukturbauten sind  nach Bedarf die unterschiedlichen Kategorien an Verkehrswegen beherbergt. Der Anliegerverkehr kann mitsamt Parkmöglichkeiten im überbautem Raum stattfinden. Einige Abschnitte können dem Pkw- und Lkw-Verkehr vorbehalten sein (wobei ein Durchgangsverkehr vermieden werden sollte).Auf jeder Etage, wo Büro- oder Wohnungszugänge sind, führen Flure zu den  entsprechenden Einheiten. Eine Einheit besteht aus zwei miteinander verbundenen Etagen. Mindestens einmal in jedem Strukturbau-Abschnitt der Zentrale befindet sich der Fuß- und Radweg, der die Gesamtwabe somit alle Bereiche des Komplexes mitein-ander verbindet. Der vertikale Verkehr kann über Treppe oder Fahrstuhl geregelt werden; im Geschäftszentrum befinden sich die üblichen Rolltreppen. Eine Terras-senwohnungsbebauung, die Außen um den gesamten Komplex führt, wäre möglich. Hier sollte aber zugunsten der Natur, insbesondere der Tiere darauf verzichtet werden, um möglichst zusammenhängende einigermaßen störungsfreie Natur-Habitate zu entwickeln. Trotzdem müssten die „Wälder, Weiden, Wie-sen, Felder und Gärten“ im Umfeld in historischem Sinne gepflegt und genutzt werden. Die Oberfläche der Strukturbauten und der geschlossenen WaZell wird als freier, offener Siedlungs- Anwohner-Raum genutzt. Das heißt, die Anwohner können ihre Wege im lichten Bereich der Siedlung erledigen, aber auch im Inneren der Bebauung. Der Einblick in die Umgebung kann in allen Richtungen geschehen, so kann die Natur der Landschaft erfasst werden. So könnte z.B. ein (klei-nes) Dorf oder ein nicht mehr genutztes Fabrikgelände über eine geöffnete  WaZell aufge-nommen werden und einem neuen Nutzen zugeführt werden. Die Strukturbauten sind grundsätzlich variabel in ihrer  Terrassenform in  Länge und Höhe und müssen nicht auf gleichen Seiten oder Winkel bestehen. Die Anzahl der Stock-werke innerhalb der WaZell sind natürlich auch nicht vorgegeben; aber aus Gründen der Wohnqualität von der Innenhofgröße abhängig (also von der Länge der Strukturbauten). Interessant könnte auch die Möglichkeit sein, die Bebauung teilweise unterhalb der Erdoberfläche zu realisieren. Beispiel: vier Etagen über und vier Etagen unterhalb der Null-Ebene.